Projektleiter: Weg vom kritischen Pfad!
Mrz 13, 06
CRM, Marketing Leitfaden, Management, Podcast 1 Kommentar
In meinen Seminaren frage ich die Teilnehmer gerne nach ihrer Einschätzung auf die Frage: “Wer übernimmt die Aufgaben auf dem kritischen Pfad?”.
Beinahe alle antworten: “Der Projektleiter!”.
Das ist die gängige Praxis in vielen Unternehmen, aber mit ein Grund, weshalb Projekte scheitern.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Auf den kritischen Pfad gehören erfahrene, belastbare Mitarbeiter – aber eben nicht der Projektleiter!
Der kritische Pfad ist der kürzeste Weg durch ein Projekt und der Endpunkt ist gleichbedeutend mit dem Projektende. Dieser Termin ist also kommuniziert, abgestimmt und im Normalfall unantastbar (sollte es zumindest sein). Ein Verzug auf dem kritischen Pfad ist demnach gleichbedeutend mit einem Verzug im gesamten Projekt.
Der Projektleiter hat viele Aufgaben im Projekt, sicherlich auch fachliche Aufgaben. Die Hauptaufgabe ist allerdings das Leiten des Projektes. Und diese Aufgaben sind nicht immer planbar, kommen überraschend und haben dann immer höchste Priorität. Dazu gehören:
- ungeplantes Anfordern von Statusberichten durch höhere Instanzen
- Reaktion auf Notfälle, z. B. Mitarbeiterausfall, geänderte Anforderungen, Eintritt von Risiken, …
- Vermittlungs- und Moderationsaufgaben in Problemsituationen (auch Streit)
Das sind undeligierbare Feuerwehreinsätze, die keinen Aufschub erlauben. Und was passiert in diesem Moment mit den fachlichen Aufgaben auf dem kritischen Pfad? Sie bleiben liegen und das Projekt verzögert sich.
Also: Der Projektleiter ist in allererster Linie der Projektleiter und mit diesen Aufgaben automatisch auf dem kritischen Pfad. Kein Grund, dort noch Aufgaben hinzuzufügen.
P. S.: Diese Aussage gilt nicht für Projekte, in denen der Projektleiter die einzige Ressource ist.
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