Okt 15, 09
Thomas WellerLinktipps Management, Projekt, SCRUM
Oft kämpfe ich dafür, Projektteams zusammen zu ziehen und an einem Ort zu versammeln — meist, um sich gezielt einem Problem anzunehmen. Im Nachhinein habe ich immer das Gefühl, dass es etwas gebracht hat. Leider muss ich jedes mal wieder argumentieren, besonders mit externen Dienstleistern.
Jetzt habe ich Munition gefunden:
Alles stammt aus einer Yahoo! Gruppe namens scrumdevelopment. Hört, hört!
Supporting Distributed Team Work
Okt 15, 09
Thomas WellerProjektmanagement Krise, Leitfaden, Management, Projekt
Neulich erschien ein guter Artikel auf PM Hut zum Thema “Retten von notleidenden Projekten“. Die Kernthesen:
- Führung austauschen
- Mitarbeiter austauschen
- Zusammenarbeit fördern
- Kommunikation ändern
- Meetings streichen
- Prioritäten überarbeiten
- Informationen an das Management verbessern
Wohl dem, der als Feuerwehr berufen wird und diese Autorität eingeräumt bekommt. Besonders der erste Punkt ist oft schwer durchführbar — wann kann ich schon die wichtigsten Stakeholder austauschen?
Oft liegt der Grund für notleidende Projekte darin, dass die Stakeholder nur unzureichend identifiziert wurden. Das führt dazu, dass Anforderungen vergessen wurden und im Nachhinein als Killerkriterium berücksichtigt werden müssen. Insbesondere Abhängigkeiten und Folgeeffekte von komplexen Prozessen werden gerne übersehen und stellen sich als Stolpersteine für das Projektziel heraus. Dies oft zu einem Zeitpunkt, wenn die Design- und Erstellungsphase abgeschlossen sind: während des Tests — mit echten Usern!
Daher muss der erste Schritt immer ein Kassensturz sein:
- wer sind die Stakeholder?
- sind diese ausreichend informiert/involviert?
- sind alle Anforderungen klar und abgestimmt (abgezeichnet)?
- sind die Seiteneffekte auf angrenzende Prozesse aufgezeigt, verstanden,berücksichtigt und kommuniziert (Blick über den Tellerrand)?
Manchmal neigt das Management dazu, hier den entscheidenden Fehler zu machen:
Lass’ uns mal nicht alle involvieren, da wecken wir nur Begehrlichkeiten. Dann wird das Projekt zu groß und wir bekommen es nicht genehmigt oder es wird ein Endlos-Projekt!
Diese Entscheidung kann sich bitter rächen! Besser ist es, einen klaren Fahrplan zu vereinbaren und eventuell Folgeprojekte in Aussicht zu stellen. Sollte sich ein guter Business-Case ergeben, steht einem Anschlussprojekt bestimmt nichts im Wege.
In einer Projektkrise hilft immer:
- Stakeholder (neu) identifizieren
- Anforderungen erkennen
- … und neu priorisieren
- neues Ziel: kurzfristige Erfolge!
Auch sind Mitarbeiter nicht beliebig austauschbar — jedoch ist ein kleiner Trick hilfreich: Installieren von Fokus-Gruppen. Dies beschreibt auch Barry Otterhold in seinem Artikel. Rufe die richtigen Mitarbeiter (am Besten räumlich) zusammen und bringe einzelne Probleme in den Brennpunkt dieser Gruppe. Bestimme einen (temporären) Teilprojektleiter für jede Fokus-Gruppe und verlange regelmäßige (tägliche) Updates. Die Zusammensetzung jeder Gruppe muss dem Problem folgen — oft stellt man hier fest, dass die bisherige Zusammensetzung von Teams nicht sinnvoll war. In komplexen Prozessen muss sicher gestellt sein, aus allen Bereichen fähige (die Besten!) Mitarbeiter in eine fruchtbare Arbeitssituation zu bringen. Wieder mit dem Ziel: kurzfristige Erfolge!
Ich bin der Erste, der überflüssige Meetings von der Agenda streicht.
Wir sind ständig in Meetings — wann sollen wir unsere Arbeit machen?
… ist ein klassischer Einwurf. Gerade in Not-Situationen nimmt die Meeting-Inflation zu — die Unsicherheit steigt, jeder will irgendwie richten, fühlt sich nicht gut informiert, usw. Es macht nicht nur daher Sinn, die Meeting-Struktur zu überdenken und überflüssige Meetings zu streichen. Gerade Mitglieder einer Fokus-Gruppe müssen weiträumig freigeschaufelt werden!
Auf der anderen Seite geben Meetings (Rituale) Sicherheit für alle Projektbeteiligten. Ich bin sehr für klare und kommunizierte Checkpoints (Jour-Fixe) für bestimmte Teilnehmerkreise:
- Arbeits-Meetings (Workshops) können die Mitarbeiter selbst bestimmen und einberufen. Bitte hierfür “War-Rooms” bereitstellen und nicht mit Meeting-Räumen geizen! Dedizierte Projekt-Räume sind Gold wert (sehr lesenswert: How Does Radical Collocation Help a Team Succeed?)
- Update-Meetings aus den Fokus-Gruppen sollten regelmäßig einberufen werden. Hier werden aber nicht die Probleme gelöst, sondern es werden 3 Dinge kommuniziert:
- was wurde erreicht?
- was steht an (Ziel bis zum nächsten Checkpoint)?
- welche Probleme gibt es die einer Entscheidung bedürfen, die nicht auf Arbeitsebene beschlossen werden können?
- Steering-Board
Mit kleinen Mitteln kann schon viel erreicht werden. Für meine Feuerwehr-Einsätze wähle ich selten die Axt, sondern gesunden Menschenverstand und versuche, Ordnung und Sicherheit wieder herzustellen. Na klar: in einer Krise müssen auch manchmal drastische Maßnahmen folgen — aber nicht als erstes Mittel der Wahl.
Das bringt mich zum Thema “kurzfristige Erfolge” — ist das neue Überdenken der Ziele, Prototyping und der iterative Ansatz nicht Kern-Bestandteil des “Extreme Project Management“?
Okt 13, 09
Thomas WellerCRM Android, Cloud-Computing, Internet, Tipps, Web 2.x
Seit Neuestem habe ich mein Online-Leben umgekrempelt und komplett in die Cloud verlagert. Das mag zwar nicht immer die allerbeste Idee sein, für mich funktioniert es aber — endlich!
Online mache ich es jetzt so:
- alle eMails verwalte ich mit GMail. Ich leite alle geschäftlichen und privaten eMail hierhin um und kann auch eMails über GMail verschicken. Dort verwende ich beliebige eMail-Adressen und auch beliebige SMTP-Server
- auch meine Kontaktinformationen wohnen jetzt in GMail. Endlich kann ich auch beliebig viele Telefonnummern für einen Kontakt definieren (vor Allem toll für internationale Rufnummern von Telekonferenz-Diensten)
- Kalender verwalte ich im Google Kalender. Durch die Integration mit meinen Google-Kontakten habe ich für Einladungen immer Zugriff auf mein Adressbuch
- meine Aufgaben stehen jetzt bei Remember the Milk. Für GTD-Fans gibt es einen schönen Beitrag, wie RTM auch Profis gereicht
- gelegentliche Notizen und Checklisten verwalte ich mit Helipad. Schade, dass Google Notizbuch nicht mehr weiter unterstützt wird …
Soweit meine Online-Strategie. Aber ich will meine Daten auch unterwegs zur Verfügung haben — jederzeit und ohne lästige Umwege über einen PC oder Laptop. Hier kommt mein (very) Smartphone HTC Hero ins Spiel — befeuert von dem Open-Source Betriebssystem Android:
- alle Google-Dienste sind perfekt integriert. Nach Eingabe meiner Google-ID wurden innerhalb von 10 Minuten alle Kontakt- und Kalender-Daten abgeglichen, meine eMails werden mit allen Tags synchronisiert. die weitere Synchronisation findet im Hintergrund statt — je nach Wahl immer nur dann, wenn ich im WLAN bin oder auch über UMTS. Schönes Feature: Daten-Roaming kann ich ausschalten und behalte so meine Kosten im Griff
- auch alle abonnierten Kalender (und nicht nur der Haupt-Kalender!) werden abgeglichen — Ferientermine, Feiertage, Geburtstage, Bundesliga-Kalender, Formel 1, Mondphasen, …
- alle Daten aus den Kontaktinformationen werden synchronisiert — z.B. Kontaktbilder oder die Markierung, ob es sich um einen “besonderen” Menschen handelt. Diese erscheinen dann übrigens in einer Kurzwahl-Liste — sehr komfortabal
- es gibt eine Applikation, mit der ich Aufgaben aus Remember the Milk abgleichen kann (ok — man muss Pro-User sein, kosten 25USD im Jahr)
- Notizen aus Helipad werden auch abgeglichen — Applikation kostet kleines Geld
- außerdem nutze ich viele kleine nette Helferlein:
- Photos in PDF umwandeln (auch mehrere Seiten) und bspw. als eMail verschicken (z. B. für Flipcharts)
- Google Maps, Layar, World Surfer: wo ist das nächste Restaurant, Kino, <insert whatever here> — augmented reality!
- mein Telefon ist jetzt auch mein Podcatcher und-Player
- nagut: es gibt auch ein paar nette Spielchen gegen Flughafen-Langeweile
- wenn ich wollte, könnte ich natürlich auch andere eMail-Konten einrichten (auch Exchange!) — aber wozu?
Diese Lösung ist jetzt seit Wochen bei mir im Einsatz und hat sich außerordentlich bewährt. Zusätzlich läuft auch ein Abgleich auf meine verschiedenen Desktops — aber eben direkt aus dem Netz und nicht über die Schaltzentrale Smartphone oder irgendein Master-PC.
Mein Administrations-Aufwand für Datenabgleich ist jetzt Null — gut so!
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