Den Anreiz zu diesem Artikel habe ich auf Better Projects gefunden. In dem folgenden Video beschreibt Steve Jobs, warum es Apple gibt, welches der Sinn von Apples Existenz ist.
Ob man Steve Jobs (oder Apple) nun mag oder nicht, es ist unstrittig, dass diese Mission zumindest bis zum heutigen Tag funktioniert — und das Video ist schon ein wenig älter …
Eine Leidenschaft wie diese vermisse ich oft in meinem beruflichen Umfeld — wenn sie aber da ist, funktioniert Vieles besser.
Gut ist, dass es wohl auch in kurzen Hosen funktioniert. In diesem Sinne: bewegt etwas!
In Projekten wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Ich rede jetzt noch nicht mal von den alltäglichen Übertreibungen oder dem Verschweigen (siehe gesetz #2), sondern von “echten” Lügen. Je nach Druck werden Wahrheiten verbogen, Ammenmärchen in die Welt gesetzt oder Hörensagen (aka Flurfunk) als absolute Wahrheiten verkauft.
Gerne passiert das im Vergleich mit anderen Kollegen im Projekt: “Der Müller ist doch auch noch nicht soweit, da können wir uns ganz entspannt zurücklehnen – wir haben alle Zeit der Welt!” ist ein Klassiker. Diese Lügen werden lanciert, um vom eigenen Fahlverhalten abzulenken, sei es, dass man noch nicht so weit wie gehofft ist oder unerwartet Hürden auftreten. Diese Nebelbomben sind tödlich, vermiesen das Projektklima und errichten Schutzwälle. Der Klassiker in jedem Projektmanagement-Seminar ist das grandiosa Scheitern des Projektes am Flughafen von Denver. Dort wurde das Gepäckabfertigungssystem so dermaßen in den Sand gesetzt, dass die Mehrkosten und Verzögerung schlimmste Dimensionen annahmen. Der Grund: Verzögerungen in diesem Bereich wurden erst dann offenbar, als alle anderen (kleineren) Probleme gelöst waren. Dieser Teilprojektleiter hat demanch ganz Arbeit geleistet und die eigenen Probleme bis zum Schluss unter der Decke gehalten.
Lügner haben es besonders schwer im eigenen Team. Nicht unbedingt wird jedes Mitglied zum Mittäter oder “Lügner aus Not”, trotzdem ist jede Aussage fragwürdig. “Hidden Agendas” werden überall vermutet und entsprechend bedient. Besonders schlimm trifft es den Lügner dann, wenn es am wenigsten passt: in Krisensituationen. Wie will ein Projektleiter jetzt sein Team mitreißen, es überzeugen von der (R)Wichtigkeit der Mission? Der lügende Projektleiter steht jetzt zimlich einsam da — er leitet per “Order Mufti”, alleine auf Basis seiner Stellenbeschreibung.
Entlarven Sie Lügner, diese stellen sich gerne als Opfer dar oder es sind dienjenigen, die wild um sich treten.
Mir geht es auch auf den Zeiger, dass sich in der Krise “gesuhlt” wird. Negative Nachrichten sind eben einfacher zu verkaufen. Es ist irgendwie so wie im Krankenhaus: Jede(r) prahlt mit den eigenen überwundenen Krankheiten, die gegenwärtigen werden dramatisiert für größt mögliches Mitleid.
Wir brauchen sicher keine rosa-roten Brillen oder Spaßpillen, aber angemessene (ggf. neue) Konzepte, den Kahn wieder auf Kurs zu bringen. Ich sehe in der Krise eine Chance: Jetzt werden unnütze Dinge fallen gelassen, die wichtigen Themen (aka Kernkompetenzen) ausgebaut. Ist jetzt nicht eine gute Zeit, dem Wettbewerb voranzuschreiten?
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