Kommunikationsgesetz #1: Lügen haben kurze Beine

3 Kommentare

Das ist der erste Artikel in der Reihe “Projektkommunikation — 10 Erfolgsgesetze” — die weiteren Teile gibt es hier !

Gesetz #1: Lügen haben kurze Beine!

In Projekten wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Ich rede jetzt noch nicht mal von den alltäglichen Übertreibungen oder dem Verschweigen (siehe gesetz #2), sondern von “echten” Lügen. Je nach Druck werden Wahrheiten verbogen, Ammenmärchen in die Welt gesetzt oder Hörensagen (aka Flurfunk) als absolute Wahrheiten verkauft.

Gerne passiert das im Vergleich mit anderen Kollegen im Projekt: “Der Müller ist doch auch noch nicht soweit, da können wir uns ganz entspannt zurücklehnen – wir haben alle Zeit der Welt!” ist ein Klassiker. Diese Lügen werden lanciert, um vom eigenen Fahlverhalten abzulenken, sei es, dass man noch nicht so weit wie gehofft ist oder unerwartet Hürden auftreten. Diese Nebelbomben sind tödlich, vermiesen das Projektklima und errichten Schutzwälle. Der Klassiker in jedem Projektmanagement-Seminar ist das grandiosa Scheitern des Projektes am Flughafen von Denver. Dort wurde das Gepäckabfertigungssystem so dermaßen in den Sand gesetzt, dass die Mehrkosten und Verzögerung schlimmste Dimensionen annahmen. Der Grund: Verzögerungen in diesem Bereich wurden erst dann offenbar, als alle anderen (kleineren) Probleme gelöst waren. Dieser Teilprojektleiter hat demanch ganz Arbeit geleistet und die eigenen Probleme bis zum Schluss unter der Decke gehalten.

Lügner haben es besonders schwer im eigenen Team. Nicht unbedingt wird jedes Mitglied zum Mittäter oder “Lügner aus Not”, trotzdem ist jede Aussage fragwürdig. “Hidden Agendas” werden überall vermutet und entsprechend bedient. Besonders schlimm trifft es den Lügner dann, wenn es am wenigsten passt: in Krisensituationen. Wie will ein Projektleiter jetzt sein Team mitreißen, es überzeugen von der (R)Wichtigkeit der Mission? Der lügende Projektleiter steht jetzt zimlich einsam da — er leitet per “Order Mufti”, alleine auf Basis seiner Stellenbeschreibung.

Entlarven Sie Lügner, diese stellen sich gerne als Opfer dar oder es sind dienjenigen, die wild um sich treten.

Machen Sie kurzen Kompromiss mit Lügnern — raus!

Marketing ala Obama: so geht’s

1 Kommentar

Barack Obama hat uns gezeigt, wie man heute Werbung macht: nicht blind alles in Internet stellen, sondern die Mittel sinnvoll verbinden. So ist das Internet nur ein kleiner Teil seiner Werbestrategie, trotzdem nutzt er es sehr konsequent.

Die Kernpunkte der Obama-Strategie:

  • einfache Aussagen “Yes, we can!”, “Change”
  • bildhafte Sprache
  • positive Nachrichten (siehe oben)
  • Fans nutzen und mitmachen lassen

Bernd Röthlingshöfer hat das wieder einmal hervorragend analysiert — hier gibt es die ganze Geschichte.

Aus diesem Anlass möchte ich auch auf Bernds Marketing-Bücher hinweisen:

Kauf! Mich! Jetzt! — ein tolles Marketing-Buch über das Selbstverlegen von Büchern

Werbung mit kleinem Budget — der Titel sagt schon Alles

Mundpropaganda-Marketing — Alle brauchen es, wollen es … nur wie geht es? Lesen!

Marketeasing — meines Erachtens eines der besten Marketing-Bücher überhaupt

Interessanterweise sind viele Elemente der Obama-Strategie schon in seinen Büchern nachzulesen. Liebe Politiker, vielleicht fragt Ihr mal einen echten Experten, dann verstehe ich vielleicht auch — vielleicht wähle ich dann sogar!

Sag’s mit einer Geschichte!

1 Kommentar

Seit Langem habe ich die Projektgeschichten von Sigrid Hauer per RSS abonniert. Sigrid erzählt den Projektalltag in kleinen Geschichten mit Lerneffekt. Dabei wird das Erzählte aus dem Projekt-Kontext heraus gezogen und in eine Geschichten- oder Märchenform gebracht. Es fällt viel leichter, auf dieser abstrakten Ebene (peinliche) Wahrheiten zu akzeptieren oder sich auf einen Punkt zu konzentrieren, wenn der Wald mal wieder nicht sichtbar ist.

In Ihrem neuesten Beitrag schreibt Sigrid, wie Sie die Geschichten erfindet und lädt uns ein, das auch mal zu probieren. Dabei fällt mir ein, dass ich versuche, meine Geschichten an Dingen des Alltags aufzuhängen die jeder wieder erkennt.

Stellen wir uns vor, wir bauen ein Haus … da wird geplant,  Statik berechnet, gemauert, Dach drauf … und die Inneneinrichtung kommt zuletzt.

Immer wieder schön für die richtige Priorisierung — first things first! Andere “Gleichnisse” die ich gerne verwende:

  • Auto fahren (Wagenlenker vs. Mechaniker — also unterschiedliche Kenntnissstufen, Anforderungen etc)
  • Party vorbereiten (sich in Andere hinein versetzen)
  • offensichtliche Design-Schwächen oder Unzulänglichkeiten an Gegenständen des Alltags verdeutlichen (1 Vorwärtsgang und 6 Rückwärtsgänge)

Aber vielleicht werde ich demnächst auch entführte Prinzessinnen, furchtlose Ritter und schreckliche Drachen einbauen — mal sehen …

Neuere Einträge